Datenschutz: Willkommen im Facebook-Archiv
Willkommen bei Facebook! Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen. So heißt es auf der Startseite des weltweit wohl bekanntesten Freunde-Netzwerk. Hier können Sie sich anmelden, Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten veröffentlichen, über Ihre Hobbies schreiben und darüber, was Sie den lieben langen Tag so unternehmen. Natürlich können Sie auch neue Freundschaften schließen. Den Gedanken finden Sie interessant und entspricht ganz Ihrem Interesse an einer offenen Comunity? Was würden Sie davon halten, wenn auf der Startseite außerdem folgendes geschrieben wäre: Facebook speichert alle Deine persönlichen Daten auf unbestimmte Zeit. Damit Du bekannt bleibst und wir Dich nicht vergessen.
Nun, Facebook würde es sicher nicht auf die Startseite schreiben, ganz gewiss jedoch in ähnlicher Weise bald in den neuen AGB des Internet-Portals. Facebook ist in starke Kritik geraten. So berichtet zum Beispiel FTD.de, dass die Verantwortlichen des Community-Unternehmens Anfang Februar eine Klausel entfernten, wonach Nutzer ihre Daten jederzeit löschen können. Nach der geänderten Regelung, die erst am Sonntag weite Beachtung fand, räumen Anwender dem Dienst überdies das “unbefristete” Recht auf ihre Informationen ein. Das bedeutet, Facebook behält die Daten und das Recht auf die Daten auch dann, wenn ein Nutzer sein Konto löscht. Dazu gehört alles, was die Anwender auf Facebook veröffentlichen oder speichern oder über den Dienst übertragen – also etwa Fotos, Texte, Links, Audio- und Videodateien oder Anzeigen.

Einen interessanten Vergleich zieht Facebook-Gründer Marc Zuckerberg in seinem Facebook-Blog: „More than 175 million people use Facebook. If it were a country, it would be the sixth most populated country in the world. Our terms aren’t just a document that protect our rights; it’s the governing document for how the service is used by everyone across the world. Given its importance, we need to make sure the terms reflect the principles and values of the people using the service.”
Facebook als neue demokratische (?) Republik? Das bleibt sicher abzuwarten. Die aktuelle Diskussion um Datenschutz auf Web 2.0-Portalen zeigt allerdings wieder deutlich, wie vorsichtig Communitys verwaltet und geführt werden müssen. Zuckerberg wird sein „governing document“ nun erst noch einmal überarbeiten und dann allen Nutzern vorstellen. Warten wir also ab, welche Formulierungen gewählt werden.
geschrieben von Matthias Steinforth am 18. Februar 2009 in der Rubrik Szene
Ich bin einer der beiden Gründer und Geschäftsführer der kernpunkt GmbH und für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig. Zu meinen Schwerpunkten zählen die Themen Web 2.0, Content-Management und SEO.












