Was ist eigentlich: Entblößungsgesellschaft?

Heute las ich auf zeit.de einmal mehr den Begriff „Entblößungsgesellschaft“. Ein recht offensives Wort, das im Zusammenhang mit dem Web 2.0 in letzter Zeit öfter zitiert wird. Aktuell findet es aufgrund des Datenskandals um die VZ-Netzwerke (StudiVZ, SchülerVZ) Erwähnung. Es beschreibt die Nutzer sozialer Netzwerke, die alles von sich preis geben, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Viele Mitglieder neigen dazu, über jedes intime Detail aus ihrem Leben zu berichten. Sie laden Fotos vom Urlaub oder der letzten Party hoch (siehe auch: Generation Upload), erzählen von Liebeskummer und Schwarzarbeit oder berichten über ihre genauen Aufenthaltsorte, während sie diese veröffentlichen.

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Zwei kritische Aspekte sind hier zu beobachten. Zum einen unterscheiden die Mitglieder von Communitys nicht immer genau zwischen einem praktischen Kommunikationsmittel und virtueller Freizügigkeit. Sie sind sich oft nicht darüber im Klaren, dass ihre Daten oft eingesehen werden können. Sogar dann, wenn sie diese für sicher verschlüsselt gehalten haben. Zum anderen stehen die Betreiber von sozialen Plattformen vor der der Herausforderung, hohe Maßnahmen für den Datenschutz einzurichten. Die technologische Sicherheit besteht eben nicht 100-prozentig und muss regelmäßig überprüft werden. Dass sich die Betreiber leider auch aus kommerziellen Gründen an ihren eigenen Nutzerdaten vergreifen ist nach wie vor nicht auszuschließen.

Welche Konsequenzen entstehen daraus? Vorweg: Die Kommunikationsmöglichkeiten im Web 2.0 sind sowohl für die Nutzer, als auch für die Unternehmen unvergleichlich umfangreich und nützlich. Mitglieder müssen lernen, sensibel mit ihren persönlichen Daten umzugehen. Die Portal-Betreiber sind verpflichtet, die Daten ihrer Mitglieder zu schützen und sie keinesfalls willentlich zu missbrauchen. Um es mit den Worten des Informatik-Professors Hendrik Speck von der Fachhochschule Kaiserslautern auszudrücken: „Die Technologien sind im besten Flegel-Alter.“ Auch nach der Erfindung des Autos habe es erst nach vielen Jahren erste Verkehrsregeln gegeben, die ein verträgliches Miteinander geregelt hätten.

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Tanja Kiellisch

geschrieben von Tanja Kiellisch am 21. Oktober 2009 in der Rubrik Kompetenzen, Szene

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Ich bin als Marketingleitung für die kernpunkt GmbH tätig und beschäftige mich mit allen Themen rund um Online-Marketing, Web 2.0, Software-Lösungen und Web-Design.

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