5 Fragen an: Christian Wenzel
Sie beschäftigen sich zurzeit ausführlich mit dem Thema Bewegtbild. Wie schätzen Sie die Perspektive von Web-TV langfristig ein?
Web-TV wird in Zukunft zunehmend nachgefragt. Dazu tragen die steigende Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen sowie die Interaktionsmöglichkeiten bei Internet-Videos bei. Ausschlaggebend dafür wird aber die Qualität der bereitgestellten Videos sein. Vor allem im redaktionellen Umfeld entscheidet eine hochwertige Produktion der Videos über die Akzeptanz bei den Nutzern. Schon heute verbringen Jugendliche mehr Zeit online als vor dem Fernseher. Hier wird in Zukunft auch die Web-TV-Nutzung weiter steigen.
Wie wird sich das Nutzerverhalten entwickeln?
Aufgrund der großen Auswahl an Videomaterial im Netz werden in Zukunft vor allem Empfehlungs- und Selektionsfunktionen wichtiger werden. Der Nutzer möchte ein auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot erhalten, welches er zu dem von ihm gewünschten Zeitpunkt konsumieren kann. Der Anteil aktiver Nutzer wird auch in Zukunft nicht signifikant steigen.
Welche Technologien empfehlen sich für den Einsatz von Web-TV?
Für das Abspielen von Videos empfehle ich derzeit den Einsatz von Flash, das diese Technologie weit verbreitet und vom Nutzer akzeptiert ist. Neuere Technologien wie Adobe Air oder Silverlight setzen die Installation eines Plug-Ins voraus und stellen so derzeit noch eine Nutzungshürde dar. Langfristig werden diese Technologien aufgrund ihrer vielfältigen Möglichkeiten jedoch auch im Bereich Web-TV Einzug halten.
Worauf sollten Unternehmen bei der Entwicklung von Web-TV achten?
Das Thema „Video im Web“ hat erst vor wenigen Jahren, mit der Verbreitung von Breitbandanschlüssen, deutlich an Relevanz gewonnen. Derzeit ist dieser Prozess noch in vollem Gange und die Nutzerzahl mit Breitbandverbindungen steigt kontinuierlich an. Es ist abzusehen, dass in Zukunft immer mehr Bewegtbild-Angebote – und hier auch vor allem Livestream und Video-on-Demand-Angebote – über das Internet abgewickelt werden.
Dies bedeutet eine Verlagerung vom klassischen Fernsehen hin zu einer selektiven Rezeption von Bewegtbild-Angeboten. In diesem Zusammenhang werden das Angebot, die Performance sowie die Nutzungs- und Interaktionsmöglichkeiten weiter entwickelt werden und auf Nutzerseite neue Anforderungen entstehen. Zu nennen sind hier beispielsweise die Nutzung von mobilen Breitbandgeräten oder der Einsatz von Touch-Screens. Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein, ist es deshalb erforderlich die Anforderungen und technologischen Entwicklungen kontinuierlich zu beobachten und entsprechende innovative Lösungen zu entwickeln.
Welche technischen Aspekte sind besonders zu berücksichtigen?
Grundsätzlich ist bei komplexen Anwendungen der Bereich Schnittstellen spannend. Sobald mehrere Systeme synchronisiert werden oder Daten austauschen, ist eine sorgfältige Planung der Schnittstellen und Workflows notwendig, um später einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können.
Auch bei der der Serverarchitektur muss mit Sorgfalt gearbeitet werden. Bewegtbild-Angebote und Video-Streams stellen eine erhöhte Belastung für die entsprechenden Server da. Je nach Nutzungsintensität sollten hier skalierbare Lösungen eingesetzt werden, um eine ausreichende Serverperformance zu gewährleisten. Im Vorfeld sind deshalb die geplanten Nutzungsintensitäten zu kalkulieren und entsprechend flexible Hosting-Systeme zur Verfügung zu stellen.
geschrieben von Tanja Kiellisch am 26. November 2009 in der Rubrik Fünf Fragen an
Ich bin als Marketingleitung für die kernpunkt GmbH tätig und beschäftige mich mit allen Themen rund um Online-Marketing, Web 2.0, Software-Lösungen und Web-Design.













