iSearch: Warum Apple eine eigene Suche entwickelt…

Eine Zukunftsvision von Matthias Steinforth:

Seit einigen Tagen ist es nun auf dem Markt erhältlich: Neben MacBooks, iPhones, iPods und einigen weiteren Produkten gibt es seit Anfang April nun auch das iPad von Apple in den USA zu kaufen. Gespannt fragen sich daher nicht nur Analysten und Mac-Fans, was „Apple‘s next big thing“ sein wird. Auch ich habe mir hierzu Gedanken gemacht und bin der Meinung, dass Apple dieses Jahr noch mit einer eigenen Suchtechnologie auf den Markt kommen wird. Apple’s nächster großer Wurf wird iSearch.

Suchtechnologie oder Suchmaschine?
Bewusst habe ich den Begriff Suchtechnologie gewählt. Denn im Gegensatz zu Google wird Apple seine Suche nicht an den Browser – also das Web – sondern an die i-Produkte und damit an das MacOS oder das iPhone-/iPad-Betriebssystem koppeln. Gründe gibt es dafür mehrere: Zum einen bietet Apple mit iTunes bereits eine Software, die über rund 100 Millionen Kunden-Konten verfügt (sprich mindestens auf gleichvielen Endgeräten läuft). Auf dieser Basis und mit dem Wissen welches Apple über die Nutzer bereits gesammelt hat, kann eine Suchsoftware sehr stark auf die Bedürfnisse ausgerichtet werden. Zum anderen hat  – und in diesem Bereich war Apple der Konkurrenz immer einige Schritte voraus – eine Client-Software (also keine Web-Lösung) in puncto Benutzerfreundlichkeit wesentliche Vorteile.

Apple beherrscht das Thema Suche

Apple beherrscht das Thema Suche

Was wird iSearch können?
Apple muss sich mit Google messen lassen. Zumindest, was die Qualität der Suchergebnisse betrifft. Doch hier ist man sicherlich – trotz einiger Jahre Vorsprung von Google – in der Lage einen existierenden Software-Anbieter zu übernehmen oder einen eigenen Suchalgorithmus zu entwickeln. Mit der Technologie die im iTunes Genius steckt, hat Apple bereits gezeigt, zu was die Entwickler im Bereich der Informationsverarbeitung in der Lage ist.
Daher wird iSearch vor allem mit der Benutzerführung punkten. Und hier ist genau Googles Schwäche: Die Menge der Daten wird immer größer und die Darstellung auf einer SERP (Search Engine Result Page) kaum noch zu handeln. Sucht man bei Google beispielsweise nach iPad so bekommt man neben den bezahlen sowie unbezahlten Treffern auch News, Live-Tweets aus Twitter, Bildern und Videos zum Thema dargestellt. Die Informationsflut steigt und ist im Browsern aktuell nicht übersichtlich darstellbar.

Suchergebnisse bei Google

Suchergebnisse bei Google

Stellt man sich hier die Möglichkeiten eines iPads oder iPhones und deren Nutzerführung vor, so stehen plötzlich wesentlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung: Per Fingerbewegung kann durch Ergebnisse gescrollt werden; diese können per Bildschirmberührung sortiert, bewegt oder bewertet werden. Mir kam schnell der Gedanke an Tom Cruise in Minority Report, der per Handbewegung Informationen klassifiziert und sortiert. So wird Apple Suchmaschine auch funktionieren und damit neue Möglichkeiten – insbesondere für die Darstellung multimedialer Suchergebnisse – liefern.

Was bringt Apple eine eigene Suche?
In erster Linie Unabhängigkeit von Google. Kurzfristig wird iSearch Google nicht die Marktführung nehmen können. Hierfür ist die Verbreitung der Apple Endgeräte noch zu gering. Denkt man aber weiter, so verfügt Apple über die notwendige Infrastruktur, um sowohl personalisierte Suchergebnisse (mySearch) anbieten als auch Werbung (iAd) über seine Lösung verkaufen zu können. Alle iTunes-Accounts sind mit Kreditkarten- oder Bank-Daten versehen; das Buchen eines Werbeplatzes ist somit nur einen Klick im iTunes-Store entfernt. Auch hat Apple den Zugriff auf genügend Content: In Musik, Videos, eBooks und elektronischen Magazinen kann man über iSearch natürlich ebenfalls suchen und im Gegensatz zu Google die entsprechenden Inhalte auch direkt kaufen.

Und wann startet Apple’s iSearch?
Das weiß vermutlich nur Steve Jobs. Ich würde auf Herbst 2010 tippen…

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Matthias Steinforth

geschrieben von Matthias Steinforth am 7. April 2010 in der Rubrik Szene

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Ich bin einer der beiden Gründer und Geschäftsführer der kernpunkt GmbH und für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig. Zu meinen Schwerpunkten zählen die Themen Web 2.0, Content-Management und SEO.

1 Kommentar »

1 Kommentar zu “iSearch: Warum Apple eine eigene Suche entwickelt…”

  1. Jörg Schieb schrieb am 8. April 2010 um 08:44 #

    @matthias, schöner und interessanter beitrag und in der tat eine schöne ergänzung/erweiterung zu meinem beitrag. :) ich glaube, wir sind uns weitgehend einig… das argument, dass apple mit itunes genius schon bewiesen hat, nicht völlig unbeleckt auf diesem gebiet zu sein, finde ich sehr gut und auch treffend.

    http://www.schieb.de/708993/bastelt-apple-an-einer-eigenen-suchmaschine

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